Mittwoch, 29. März 2017
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Agile Skalierungs-Frameworks ? Brauchen wir nicht !

Agile, Agile 4 U

Vor ein paar Tagen ergab sich mit einem frisch zertifizierten Vertreter (eher leidenschaftlicher und stolzer Verfechter) eines der “agilen Skalierungs-Frameworks” eine sehr intensive, teils dogmatisch wirkende Diskussion.

Mein Resümee nach vielen eigenen Erfahrungen mit Agile Transition- und Skalierungsvorhaben für 1.000+ Menschen und 100+ Mio. EUR Budget ist:

Wir brauchen diese speziellen „agilen“ – eigentlich marketing-getriebenen, pseudo-agilen – Frameworks nicht!

(und damit bin ich nicht allein /1/)

Menschlich ?

Der Hype um die konkurrierenden „agilen“ Skalierungs-Frameworks /3/ zeigt unter anderem, dass es bei den Old School-Managern, Vorständen und Unternehmern einen Bedarf für “Schema F”-Anleitungen gibt. Das ist menschlich.

Dieses Bedürfnis zieht naturgemäß entsprechende Antworten nach sich. So zum Beispiel Marketing-, Dienstleistungs- und weitere “Geld-Druck”-Angebote rund um diese Frameworks. Auch menschlich.

Neues, Unbekanntes verursacht Unsicherheit, Unbehagen, manchmal Ängste. So auch das komplexe Thema Agilität und eine nochmals komplexere Skalierung. Sehr menschlich.

Die immensen Herausforderungen Rahmenbedingungen für einen komplexen Kulturwandel und Mindset-Änderungen nachhaltig zu schaffen wirkt da “unendlich” aufwändig. Und damit unattraktiv. Wiederum menschlich.

Dann hat es natürlich Charme, wenn diese Frameworks versprechen, qua Checklisten und Schablonen eine agile Skalierung vermeintlich “einfach und sicher” abarbeiten zu können. Und dies über die diversen Organisations-Ebenen, Einheiten und Strukturen. Erneut menschlich.

Komplexes reduziert sich damit vorgeblich auf nur noch Kompliziertes, Kompliziertes soll einfach werden. Eine scheinbar ideale Antwort, die aber immer wieder zu → Cargo Cult und gescheiterten Vorhaben führt.

Menschlich !

Blueprints sind ungeeignet

“Prozesse und Werkzeuge” fühlen sich für die verantwortlichen C-Level-Führungskräfte einfacher, vertrauter und beherrschbarer an, als die beschriebenen “Individuen und Interaktionen” et al. /2/

Die agilen Skalierungs-Frameworks suggerieren, dass diese als “Blueprint” mit einfachen und vorgefertigten Rezepten für diesen komplexen Wandel taugen.

Dies leisten sie aber nicht!

Jedes Unternehmen ist anders: mit seinen Märkten und Produkten, den Menschen, Netzwerken und der ganz eigenen Kultur.

Der Wunsch und Versuch “One size fits all”-Blueprints diesen Organisationen überzustülpen hilft nicht. Scheitert. Regelmäßig.

Quod erat expectandum / demonstrandum.

Spezielle “Agile Skalierungs-Frameworks” sind unnötig

Jede Organisation muss und wird ihren eigenen Weg hinzu Agilität und entsprechend bei der Skalierung von Agilität finden.

Besinnen wir uns dabei auf die Intention des Agile Manifesto’s mit “Einleitung, den agilen Werte und Prinzipien” als Fundament und wenden diese in ihrem ganz ursprünglichen Kern an:

unverwässert, ganzheitlich, mit Sinn und Verstand – vor allem: erwachsen und weise. /1/

Auch bei Skalierungsvorhaben in Organisationen mit 10, 100 oder mehreren 1.000 Menschen.

Weniger ist mehr!

 

Was sind Deine Erfahrungen? Sind diese speziellen Frameworks für Dich notwendig? Wobei helfen sie Dir? Was ist Deine Meinung dazu?

 

about "Boeffi" ...CU
@ Boeffi  .net     aktualisiert am 07.03.2017

 

 

/1/ ScALeD Principles → scaledprinciples.org
/2/ Manifesto for Agile Software Development → agilemanifesto.org
/3/

Medien- / Artikelbilder-Nachweis: Danke an und © siehe » 
pixabay.com