Dienstag, 21. November 2017
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„Innovation ohne gelebte Fehlerkultur? Vergessen Sie’s!“

von | 5. Nov 2016 | Agile 4 U, Dialog

Mein spontaner „Daumen hoch“ auf diese Meldung in Frank Lange’s Xing-Timeline… /1/ 

 

 

führte zu einem spannenden Dialog:

Frank

Innovation ohne gelebte Fehlerkultur? Vergessen Sie’s!

Boeffi

… ehrlich „gelebt“, keine Lippenbekenntnisse –> K.O.-Kriterium

Frank

Yepp. Einmal „Fail fast“ auf der Vorderbühne gefordert und den „Schuldigen“ dann auf der Hinterbühne bestraft – das brennt sich dermaßen tief ins Unterbewusstsein eines Unternehmens ein, dass lange Zeit mit keiner echten Innovation mehr zu rechnen ist.

Oliver, was sind Deine Erfahrungen an der Agile-Notfall-Hotline bezüglich Fehlerkultur? Wird sie in deutschen Unternehmen wirklich ehrlich gelebt?

Boeffi

Eine gelebte Fehlerkultur erlebe ich hier nur vordergründig, meist oberflächlich, selten ehrlich („Lippenbekenntnisse“). Tatsächlich: fast nie!

Eine persönliche, individuelle „Haltung“ (eben auch die zu einer Fehlerkultur), die tief im Rückenmark durch jahr(zehnt)elange Erfahrungen erlernt und verankert ist, lässt sich nicht „mal eben“ durch ein/das nächste (agile?) Change-„Projekt“ ändern. Oft wird uns allerdings eine schnelle Kulturänderung versprochen (und damit unerfüllbare Erwartungen geschaffen). Man braucht nur Methode A, vielleicht in Kombination mit B,

… damit bekommen wir eine neue (Fehler-) Kultur schnell hin. Fatal. Hab ich belastbar (!), also nachhaltig, leider noch nie erlebt. Meine Erfahrung ist: lasst die Methoden, Prozesse und Tools einfach weg. Wir konzentrieren uns ehrlich (!) auf den Menschen (Kunden, Leitung, Führung, Mitarbeiter…) Kulturänderungen können nicht angeordnet werden (werden es aber immer wieder), auch nicht mit dem ein oder anderen extrinsischen Zückerchen. Erst recht nicht auf der o.g. Methoden-Ebene etc. Diese Änderungsbedürfnisse müssen von innen heraus kommen.

Hierzu bedarf es einer Vielzahl kleiner, gemeinsamer (über alle Hierarchie-Ebenen), emotionaler(!) Erfolgserlebnisse, die sich in neuen, ungewohnten Rahmenbedingungen als Micro-Bausteine langsam, aber stetig zu einer neuen (Fehler-) Kultur aufsummieren können. Können! Da kleinste Störungen/Fehler (in Stresssituationen die „Besinnung auf die guten alten und gewohnten Tugenden“) die noch nicht vorhandene kritische Masse an emotianal positiven Erlebnissen ganz einfach wieder aufsprengen und (mal wieder) entsprechend verbrannte Erde hinterlassen.

Die Bausteine einer wirklichen (Fehler-) Kultur müssen „ehrlich und authentisch!“ vorgelebt werden – mehr top-down, dann folgt bottom-up. Dann erst funktioniert auch Innovation. Und überall dort in den Systemen (AKA Unternehmen), wo dies nicht so „ehrlich (vor-) gelebt“ wird, gibt es früher oder später intensiven Gesprächsbedarf an meiner Agile-Notfall-Hotline 😉

Mein Flow wird gerade von dem „Frühstück!“-Ruf meiner Liebsten unterbrochen 🙂 Sorry für die lange Antwort…

Ergänzend dazu habe ich gerade noch eine weitere Diskussion gefunden /2/

 

Was sind denn Deine Erfahrungen zu einer „Fehlerkultur“, wie Du diese erlebst? Was bedeutet diese für Dich in Sachen Innovation? Schreib einfach einen Kommentar…

about "Boeffi" ...CU
@ Boeffi  .net     aktualisiert am 11.02.2017

 

 

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/1/ https://www.xing.com/feedy/stories/1743692303

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