Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Mittagspause als Arbeitszeit? Auch Kantinen-Gespräche bringen oft ungeahnte Mehr-Werte…

Heute ergab sich mal wieder während der Projekt-Mittagspause eine zufällige und interessante Tisch-Runde. Ich bekam mit, wie sich ein Entwickler und ein Tester über ihre wohl turbulent verlaufene Retro unterhielten:

Roland [Entwickler]: „War ganz schön heftig eben!“

Heiko [Tester]: „Der PO hat’s immer noch nicht kapiert. Völlig unhandlich seine Stories.“

Roland: „Oder dieser Klein-Klein-Mist. Viel zu aufwändig für’s Planning.“

Boeffi: „Sprint Planning 1 ?“

Heiko: „Ja. Wir müssen ihm irgendwie vermitteln, dass wir die [Stories] nur noch akzeptieren werden, wenn wir die vernünftig ‚runterbrechen konnten und sie in den Sprint passen.“

Roland: „… und wir die Klein-Dinger als Tasks behandeln können.“

Boeffi: „Was macht euer Scrum Master? Hört sich nach einem Impediment an.“

Roland: „Ja. Haben wir eben in der Retro versucht zu besprechen. Das verfolgt er jetzt als Impediment.“

Der Dialog entwickelte sich noch eine Weile. Es waren so Aussagen zu hören „…Stories fühlen sich viel zu fein-körnig an…“, „…sind häufig zu unrund…“ oder „…unhandlich und schwer…“.

Metapher

Durch diese Schlüssel-Wörter bzw. Aussagen erinnerte ich mich an einen Vergleich, den ich zum Umgang mit Story-Größen irgendwo mal aufgeschnappt hatte und den beiden dann erzählte – sinngemäß:

  • Tasks sind so etwas wie Sand
    fein-körnig und schnell verarbeitet
  • User Stories haben etwas von Steinen
    anfänglich teils eckig, mit spitzen Kanten, nach vielen Gesprächen werden sie rund, rund wie Kieselsteine; sie passen erst so geschliffen durch den [Sprint-] Filter [„Definition-of-Ready“]
  • Epics sind sind unhandliche Fels-Stücke oder gar Felsen
    für einen Sprint müssen sie in kleinere Steine zerbrochen und bearbeitet werden
  • ein Projekt ist wie ein Berg
    stellvertretend für das Projekt-Ziel, eine Vision oder Idee

Diese Metapher ist eine von vielen Möglichkeiten der Vereinfachung („simplify things“). Der Umgang mit Stories wird handlicher und hilft so merkwürdigen Ausprägungen wie „Sub-Stories“, „Major Story“, etc. vorzubeugen.

Dabei bleibt eine Story immer ein Platzhalter für eine Konversation („CCC → Card, Conversation, Confirmation„).

Interessant finde ich Heikos Aussage über den Sprint als Kriterium für eine Story-Einordnung:

  • passt die Aufgabe in einen Sprint, kann sie eine User Story werden
  • ist sie zu groß, ist sie eine Epic

Führt man diese Idee weiter, könnte man dazu ergänzen:

Outro

Epic: passt komplett nicht in einen Sprint

Das Kriterum für „passt in einen Sprint“ muss natürlich gemeinsam vereinbart werden (Stichwort: Definition-of-Ready, Umfang, Größe, Komplexität, Anzahl von Funktionalitäten, → StoryPoints, … ).

Eine Epic ist keine Sammlung von beliebigen, sondern von thematisch zusammengehörigen Stories (s. „Stein-Brücken“-Bild oben).

Die Metapher kann unabhängig vom projekt-begleitenden Vorgehen (Scrum, Kanban,…) zur schnellen, vereinfachten und technik-freien Kommunikation auch über Team-Grenzen hinaus genutzt werden.

Auch dieser sinnbildliche Vergleich könnte bei der Einführung einer neuen Vorgehensweise unterstützen, wenn man den Beteiligten – als Menschen – bekannte „Bilder“ anbietet; neue, unbekannte Begrifflichkeiten führen immer wieder unbewusst zu einer Ablehnung, teilweise auch Angst; Bekanntes kann bei der Akzeptanz helfen.

Lassen wir also Bilder sprechen…
siehe auch → Agile Estimating – StoryPoints und GummiBärchen im Management

Gefällt Dir dieser Vergleich? Was hälst Du davon? Ich freue mich auf Deinen Kommentar…

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@ Boeffi  .net     aktualisiert am 02.08.2016

 

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