Mittwoch, 29. März 2017
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Daily Scrum — Die "berühmten drei Fragen" werden nicht richtig gelebt

Daily Smell: Immer wieder erlebe ich, dass die drei Fragen nur so „runter gerappelt“ werden!

Das „Daily Scrum“ wird nicht selten fälschlicherweise als Projekt-Status-Meeting verstanden, in dem die Scrum-Teammitglieder jeweils ihren „Bericht“ abgeben:

  • „… seit dem letzten Daily habe ich das und das gemacht …“
  • „… bis zum nächsten Mal muss ich noch dies und jenes erledigen …“
  • „… behindern tut mich eigentlich nichts …“

Irgendwie fühlt man eine gewisse Gleichgültikeit, das Daily scheint lästig zu sein (O-Ton: „… in der Zeit könnte ich auch noch schnell etwas kodieren …“).

Auch hier ein Hauch von → Cargo-Kult ? !

Neben grundsätzlichen Coaching-Notwendigkeiten auf den Team-, Projektleitungs- und Organisations-Ebenen empfehle ich dringend einen Wechsel im Mindset anzustoßen, denn

häufig geht der Blick auf das → SprintGoal und das Erreichbare [1] verloren.

Also ändern wir die Fragen doch einfach so, dass die Team-Mitglieder wie folgt antworten können:

mit Blick auf das SprintGoal … habe ich erreicht 

mit Blick auf das SprintGoal … will ich als Nächstes auch erreichen 

mit Blick auf das SprintGoal … behindert mich …


Immer wieder habe ich anschließend beobachtet:

es ist erstaunlich, wie diese kleine Änderung nach kurzer Begleitung durch den ScrumMaster oder AgileCoach erste Früchte trägt – bei vielen Scrum-Teams.

Ein kleiner Schritt von unzähligen …

 

about "Boeffi" ...CU
@ Boeffi  .net     aktualisiert am 12.03.2017

 

 

[1] → „5 x why für ERFOLGE“ – Hans-Peter Korn via Xing

siehe auch:

→ Why we don’t learn from our mistakes
Medien- / Artikelbilder-Nachweis: Danke an und © siehe » 
augustinfotos

 

 

 

5 Kommentare

  1. Eddy

    Mir fehlt bei den drei Fragen die Fokussierung auf das, was einen daran behindert, etwas fertig zu stellen, denn das ist es, was aus meiner Sicht in dem Meeting diskutiert werden sollte.
    Leider haben wir das nie konsequent durchgezogen. Wie seht ihr das?

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  2. Stefan Nowaczynski

    Vielen Teams ist das zu wenig im Daily. Ich beobachte immer wieder, dass einzelne Teammitglieder das Bedürfinis haben, sehr ins Detail zu gehen. Passt man da nicht auf – als Scrum Master – ist schweigen angesagt. Allerdings beobachte ich auch, dass lieber von Tätigkeiten gesprochen wird, die nicht zur Lösung beitragen.

    VG Stefan – http://www.stefan-nowaczynski.com

    Antworten
    • Boeffi

      Ja, das Daily allein ist zu wenig, wird aber gern als Ersatz für eine nicht gelebte Kommunikationskultur miss-verstanden.

      „…[zu] sehr ins Detail [..] gehen..“ ist ein möglicher Indikator dafür. Hier ist der Scrum Master 1. als Moderator und 2. bei zu krasser Schieflage als Impediment-Begleiter gefragt.

      Bewährt hat sich – auch hierfür – immer mal wieder oder gar regelmäßig Scrum-„Refresher“ durchzuführen. Dort kann nochmals der Sinn der einzelnen Scrum-Artefakte, Prinzipien, Rollen etc. thematisiert und geschärft werden. So kann zeitnah z.B. Cargo Cult-Effekten vorgebeugt und der Weg von „Do Scrum“ hinzu „Be Scrum!“ geebnet werden…

      …und wenn „…von Tätigkeiten gesprochen wird, die nicht zur Lösung beitragen…“ könnte man beispielsweise den Scrum-Wert „Fokussierung“ – hier auf das Sprint-Goal – zum Thema machen und „refreshen“ 😉

      Scrum lernt man halt nicht mit einem Mal, sondern durch ständige Begleitung eines Scrum Masters oder Agile Coaches…

      CU
      Boeffi

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  3. DerDoubleD

    Das ist eine wirklich gute Idee – das werde ich demnächst ausprobieren.

    Ich hatte bisher die drei Fragen umformuliert – schlicht eine stärkere Fokussierung auf den Fertigstellungsgrad.

    -> Gestern habe ich dieses und jenes fertiggestellt (abschließend getestet etc.)
    -> Heute möchte ich dieses und jenes fertigstellen…
    -> Um das fertigzustellen, brauche ich noch dieses und jenes…

    Am Ende sollte man wahrscheinlich die Fragen immer dahin gehend formulieren, wo die derzeit größte Schwierigkeit bei den Mitarbeitern liegt um das entsprechend anzugehende Thema stärker zu fokussieren…

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    • Boeffi

      Hallo Daniel,

      meine Erfahrungen sind [fast] immer die selben:

      – zu starke Fokusierung auf Daily als Status-Meeting
      – zu starke Fokusierung auf die Vergangenheit
      – das Sprint-Goal, also der aktuelle Sinn und Zweck der gemeinsamen(!) Tätigkeiten im Sprint wird kaum beachtet

      Optimierungen könnten helfen bei

      – mehr Fokusierung auf die kurz- und mittel-fristige Zukunft
      – kurz-fristiger Konzentration auf das Sprint-Goal
      – mittel-fristiger Beachtung der Release-Vision

      Meiner Erfahrung nach zeigen sich in sehr erfolgreichen Scrum- und High-Performance-Projekten immer wieder folgende Anteile bei der Fokusierung:

      1/3 Vergangenheit: die vergangenen und der aktuelle Sprint als Lern-Potential (z.B. „inspect & adapt“)
      1/3 kurz-fristige Zukunft: bis zum Sprint-Ende (u.a. Sprint-Goal, Impediments, …)
      1/3 mittel-fristige Zukunft: der nächste und die kommenden Sprints (hilft z.B. bei einem emergenten Design „günstige“ Türen offen zu lassen)

      Auch hier lohnt es sich für den Moderator, Scrum Master oder Agile Coach immer wieder zu sensibilieren … („steter Tropfen höhlt den Stein“).

      Herzlichen Dank für Dein Feedback

      CU
      Boeffi

      Antworten

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